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    Forderungen beschlossen!

    Tarifrunde AWO NRW 2018/19

    Forderungen beschlossen!

    Tarifkommission beschließt Forderungen und benennt Erwartungen
    Arbeitgeber legen Angebot vor

    Das ist mal ein rasanter Auftakt in einer Tarifrunde AWO NRW. Die ver.di Tarifkommission diskutierte und beschloss am Freitag, 23.11.2018, die Forderungen zur Tarifrunde 2018/19.
    Es geht um deutlich höhere Monatseinkommen für alle Beschäftigte der AWO NRW.

    100 Jahre AWO – 10,0% mehr Lohn
    ver.di fordert die Erhöhung aller Monatslöhne um 10% bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 13 Monaten (1.12.2018 – 31.12.2019)

    100 Jahre AWO – 100 Euro mehr Ausbildungsvergütung pro Monat
    ver.di fordert für alle Auszubildenden monatlich 100 Euro mehr Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 13 Monaten (1.12.2018 – 31.12.2019)

    100 Jahre AWO – 100% gerechte Behandlung der OGS-Beschäftigten
    ver.di fordert die tarifgerechte Bezahlung und Teilnahme an der Tariferhöhung für alle OGS-Beschäftigten! Dazu wird es in Kürze ein weiteres Tarifinfo geben.
    Neben diesen Forderungen hat die ver.di Tarifkommission Erwartungen benannt. Es gibt einige wichtige Themen, über die dringend gesprochen werden sollte.

    100 Jahre AWO – 110% Arbeitsbelastung
    Gerechtigkeit und Entlastung sind immer wichtiger
    Die Arbeitsbelastung ist auch bei der AWO in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Immer mehr Arbeit muss von immer weniger Beschäftigten geleistet werden. Die Ansprüche der Arbeitgeber an die Qualität, das Tempo und die Menge der Arbeit steigen unaufhörlich.

    ver.di hat die Erwartung an die Arbeitgeber, dass auch über die hohe Arbeitsbelastung diskutiert werden kann. Es muss Entlastung und mehr arbeitsfreie Zeit her. Darum will ver.di auch über diese Themen sprechen:

    • Es sollte eine Wahlmöglichkeit für Beschäftigte der AWO in NRW geben: Tariferhöhung auszahlen oder Umrechnung der Tariferhöhung in Freizeit.
    • Urlaub, Zusatzurlaub und Höchsturlaub besser regeln. Kürzungen von Zusatzurlauben darf es nicht geben.
    • Der Nachtzuschlag sollte im Niveau des TVöD kommunal (20% vom Stundenlohn) gezahlt werden.
    • Die ungerechte Bewertung von Mehrarbeit von Teilzeitbeschäftigte sollte jetzt beendet werden. Das sind Überstunden, wie bei Vollzeitbeschäftigten auch.
    • Über die Bezahlung der Arbeit von Kinderpfleger*innen sollte gesprochen werden.
    • Die Bonusregelung für ver.di Mitglieder mit einem freien Tag pro Halbjahr soll erneut Thema sein.

    Für Auszubildende ist es eine hohe psychische Belastung, wenn ihnen nach der Ausbildung Arbeitslosigkeit droht. Das muss nicht sein. Die AWO braucht junge und gut ausgebildete Beschäftigte. Darum ist ver.di der Meinung, Auszubildende sollten von der AWO in NRW in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis übernommen werden

    Ist das Angebot der Arbeitgeber ein „Jahrhundertangebot“?

    Kurz nach dem Ende der Sitzung der ver.di Tarifkommission am Freitag der vergangenen Woche ging ein Angebot der Arbeitgeber per Telefax bei ver.di ein. Zeitgleich informierten die Arbeitgeber die Öffentlichkeit und die AWO-Beschäftigten per Internet und per Aushang in vielen Einrichtungen und Betrieben. Sie wollen die Erhöhung aller Monatstabellenentgelte um 3,2% ab 1.1.2019, 3,0% ab 1.1.2020, 0,8% ab 1.1.2021. Zu anderen wichtigen Themen sagen sie bisher nichts. Die Laufzeit soll 30 Monate betragen, also erst am 31.05.2021 enden. „Wie im TVöD auch“, schreiben die Arbeitgeber. Sie verschweigen dabei, dass es für die lange Laufzeit im TVöD gute Gründe gab. Die Tarifsteigerungen sind dort nämlich insgesamt deutlich höher. Darüber wird ver.di noch eingehender informieren.

    Die Arbeitgeber bezeichnen ihr Angebot als „Jahrhundertangebot“. Sie selbst vergleichen es mit der Bezahlung für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (TVöD). 7% sind kein schlechter Start. ver.di hat nachgerechnet und sagt: Das Angebot wird dem Jubiläum „100 Jahre AWO“ im Jahr 2019 nicht gerecht. 30 Monate Laufzeit bei dauerhaft niedrigerer Bezahlung wie im TVöD sind kein „Jahrhundertangebot“. Sogar die Caritas zahlt in vielen Bereichen besser.

    Die erste Verhandlungsrunde wird zeigen, wohin die Reise gehen kann. Der Termin steht noch nicht fest.

    Jetzt dranbleiben! Im Jubiläumsjahr sollte es eine Tariferhöhung geben, die der Geschichte und dem Auftrag der AWO gerecht wird. Und die vor allem die wirkliche Wertschätzung für die gute Arbeit aller AWO Beschäftigten zum Ausdruck bringt.

    Aber: Von nix kommt nix! Jetzt ver.di-Mitglied werden.
    www.mitgliedwerden.verdi.de