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Tarifrunde Deutsche Post AG: ver.di fordert sechs Prozent

Postdienste, Speditionen und Logistik

Tarifrunde Deutsche Post AG: ver.di fordert sechs Prozent

Magazin bewegen (01/2018)
bewegen (01/2018) ver.di bewegen (01/2018)  – Tarifrunde Deutsche Post AG: ver.di fordert sechs Prozent

 
Die Tarifverhandlungen für die rund 130 000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post AG sind aufgenommen. Sie gehen am 6./7. Februar in die zweite Runde. ver.di fordert für die Beschäftigten ein ordentliches Lohnplus.

Nachdem die Tarifkommission unter anderem auf Grundlage der Ergebnisse der Mitgliederbefragung am 10. Januar 2018 die Forderungen für die diesjährige Tarifrunde bei der Deutschen Post AG beschlossen hatte, haben ver.di und die Deutsche Post AG die Verhandlungen am 23. Januar 2018 in Niederkassel bei Bonn aufgenommen.

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten eine lineare Erhöhung der Einkommen und Ausbildungsvergütungen um sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem soll eine tarifvertragliche Wahlmöglichkeit geschaffen werden, wonach der einzelne Beschäftigte einen Teil der zu vereinbarenden Tariferhöhung in freie Zeit umwandeln kann. Ferner soll das bislang einmal jährlich aufgrund einer Leistungsbeurteilung gezahlte variable Entgelt der Entgeltgruppen 1 bis 4 durch einen festen monatlichen Betrag abgelöst werden. Die entsprechenden tarifvertraglichen Bestimmungen sind von ver.di fristgerecht mit Ablauf des 31. Januar 2018 gekündigt worden. Im Zuge der Tarifverhandlungen soll auch über die Fortschreibung der bestehenden Regelungen zur Postzulage für die rund 32 000 Beamtinnen und Beamten der Deutschen Post AG verhandelt werden.

„Unser Ziel in dieser Tarifrunde ist ein richtig ordentliches Lohnplus für die Beschäftigten der Deutschen Post AG“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis vor der zweiten Verhandlungsrunde. Der Deutschen Post AG gehe es wirtschaftlich prächtig. Das müsse sich in dem angestrebten Tarifabschluss widerspiegeln, so Andrea Kocsis.

Schon zum Verhandlungsauftakt hatte ver.di die Forderung nach einer deutlichen Einkommenserhöhung begründet. Nicht zuletzt der Tarifabschluss des Jahres 2015 mit den beiden Entgelterhöhungen von zwei und 1,7 Prozent über die lange Laufzeit von 32 Monaten habe „deutliche Nachholbedarfe“ generiert. Dies zeige sich auch am Tarifindex des statistischen Bundesamtes. Danach seien die Tarifverdienste bei der Deutschen Post AG geringer angestiegen als in der Gesamtwirtschaft. Zugleich feiere das Unternehmen ein Rekordergebnis nach dem nächsten. Es sei jetzt an der Zeit, diesen Erfolg mit den Beschäftigten zu teilen. Das Unternehmen könne dies auch finanzieren.

ver.di erwartet von der Deutschen Post AG, dass man in den Verhandlungen zügig und ohne Gegenforderungen zu Ergebnissen kommt. Letztere hat die Deutsche Post AG bei der Eröffnung am Verhandlungstisch auch nicht erhoben. Aussagen der Deutschen Post AG, dass schon aufgrund der nötigen Investitionen der Spielraum für Tariferhöhungen klein sei, treffen auf das völlige Unverständnis von ver.di. Die Deutsche Post AG kann nicht ernsthaft erwarten, dass die Beschäftigten für nötige Investitionen aufkommen.Wenn die Dividende der Aktionäre von Jahr zu Jahr angehoben wird, besteht auch Spielraum für deutliche Einkommenserhöhungen.

Das Ergebnis der zweiten Tarifrunde stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest. Die dritte Runde ist für den 26./27. Februar terminiert. Laufende Infos sind zu finden unter: www.psl.verdi.de [...]

 
Themen in dieser Ausgabe:
Tarifrunde Deutsche Post AG: ver.di fordert sechs Prozent und Ergebnisse der Mitgliederbefragung +++ ver.di fordert Gesetz zur Sicherung der Arbeitnehmerrechte in der Paketbranche +++ Nordkurier zieht Kündigungen zurück +++ Aufstieg für Beamte +++ Tarifabschlüsse für Beschäftigte in Speditionen, Logistik und KEP in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen +++ Mehr Geld im Portemonnaie durch Tariferhöhungen