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    Entlastung überfällig!

    Kita-Personalcheck

    Entlastung überfällig!

    Der Kita-Personalcheck zeigt: Es fehlen 173.000 Fachkräfte
    Kita-Personalcheck, 173.000 Fachkräft fehlen ver.di/ werkzwei Es fehlen 173.000 Fachkräft!  – Kita-Personalcheck 2021


    In Kitas fehlen in Deutschland 173.000 Fachkräfte. Das ergab eine bundesweite Befragung, die die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) über einen Zeitraum von fünf Wochen in Kitas durchführte.

    Direkt vor Ort oder online konnten Beschäftigte am sogenannten Kita-Personalcheck teilnehmen. Trotz der angespannten Corona-Lage beteiligten sich bundesweit rund 19.000 Fachkräfte, knapp 4.000 allein in NRW.

    Im ver.di-Personalcheck, welcher im Zeitraum vom 15. Mai bis 22. Juni 2021 in Kooperation mit der Hochschule Fulda durchgeführt wurde, gaben die Beschäftigten ausführlich Auskunft über ihre Arbeits- und Personalsituation.

    Die Ergebnisse offenbaren die starke Belastung und die Unzufriedenheit der Kita-Beschäftigten mit ihrer Arbeitssituation deutlich.

    Ergebnisse für die nordrhein-westfälischen Kitas:

    Fast 42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie zeitweise für 17 und mehr Kinder am Tag gleichzeitig verantwortlich sind, 6 Prozent waren für sogar mehr als 28 Kinder zuständig. Daher ist es nicht überraschend, dass 46 Prozent der Befragten sagen, dass sie häufig zu wenig Zeit haben, um auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder einzugehen.

    „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Kolleginnen und Kollegen dringend entlastet werden müssen. Nur mit mehr Personal können sie gute Arbeit leisten. Die aktuelle Situation belastet alle, schürt Unzufriedenheit, führt zu Stress und damit zu körperlichen und seelischen Folgen“, betonte Marlene Seckler, Fachbereich Gemeinden NRW.

    Fast 60 Prozent der befragten Fachkräfte gaben an, dass sie ihren eigenen pädagogischen Ansprüchen im Alltag nicht immer gerecht werden können. Rund 65 Prozent arbeiten häufig, oft oder sogar sehr häufig unbezahlt und außerhalb ihrer normalen Arbeitszeit.

    Gefragt wurde auch, wie viele Fachkräfte im Team fehlten, um pädagogischen Anforderungen, wie beispielsweise Bildungsplänen, gerecht zu werden. 55 Prozent der Beschäftigten gaben an, dass der Mehrbedarf an Personal in Ihrer Einrichtung zwischen 3-5 Kolleg*innen liegt.

    „Dieses Ergebnis ist traurig und dramatisch zugleich. Die Situation muss für alle dringend verbessert werden“, so Seckler. „Wir als Gewerkschaft der Beschäftigten in Kindertagesstätten setzen uns deshalb weiter dafür ein, dass unseren Kolleg*innen für ihre zukunftsweisende Arbeit mit den Kleinsten mehr Personal zur Verfügung gestellt wird. Frühkindliche Bildung kann aktuell kaum geleistet werden. Die Bedingungen müssen sich dringend verbessern. Die Landespolitik ist in der Pflicht“, erklärte die Gewerkschafterin.

    Die Befragung wird bis September durch die Hochschule Fulda differenziert wissenschaftlich ausgewertet und im September in Gänze vorgestellt.


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